Kantonales hydrologisches Bulletin – Juli 2025
Juli: Ein Monat, der viel zu gut beginnt und viel zu schlecht endet...
1. Wetter
Der Juli 2025 begann mit einer sehr heissen Periode und mehreren Tagen mit Höchsttemperaturen um die 35°C, die deutlich über den Normwerten lagen. Diese Hitze endete jedoch bereits am 6. Juli infolge einer Wetterverschlechterung mit Regen und einem deutlichen Temperaturrückgang auf teilweise unter 20°C. Der Rest des Monats war von wechselhaftem Wetter geprägt, mit milden, bewölkten oder teilweise sonnigen Tagen und häufigen Regenschauern, die teilweise von Gewittern begleitet waren.
Bei den Niederschlägen war ein Gefälle zu beobachten, zwischen den grössten Niederschlagsmengen in der Region Dents du Midi (200 bis 250 mm) im Unterwallis, und den geringsten im Oberwallis, namentlich in der Region Saas- und Mattertal (25 bis 50 mm) (Abbildung 1). Der Walliser Alpennordkamm wirkte wie eine mächtige Mauer, die einen grossen Teil der Niederschläge vom Kanton fernhielt.
Abbildung 1: Niederschlagssumme in Millimetern für Juli 2025. Quelle: MeteoSchweiz/CREALP.
Im Vergleich zur Normperiode 2010-2024 lagen die Niederschlagsmengen des Monats insgesamt unter dem Durchschnitt für das Rhonetal. Nur wenige Gebiete wie das Chablais, Les Diablerets und die Umgebung von Nendaz verzeichneten Überschüsse von bis zu 180 %. Andernorts herrschte eine defizitäre Tendenz vor, wobei die stärksten Defizite im Saas- und Mattertal zu verzeichnen waren, wo die monatlichen Mengen lokal nur 50 bis 65 % der Normwerte erreichten (Abbildung 2).
Abbildung 2: Monatliche Niederschlagsabweichung für Juli 2025 gegenüber der Referenzperiode 2010-2024, ausgedrückt in %. Quelle: MeteoSchweiz/CREALP.
2. Grundwasser
Beim Grundwasser zeigte sich Juli ein kontrastreiches Bild, ähnlich wie beim Wetter, das von heissen bis zu sehr heissen und trockenen Perioden und von kälteren und feuchten bis zu sehr feuchten Perioden wechselte. In der unteren Hälfte der Rhoneebene führte dies zu Grundwasserständen, die im Durchschnitt im Normbereich bis mässig niedrig waren, in der oberen Hälfte hingegen waren die Wasserstände im Normbereich bis hoch. Für die Grundwasserentwicklung ergibt sich daraus ein exaktes Abbild des Monats Juni, nur dass sie in jenem Monat wegen der sehr speziellen Wetterlage genau spiegelverkehrt verlief. Dies zeigte sich darin, dass durch das Zusammenwirken von Gletscherschmelze (im oberer Teil des Rhone-Beckens) und teilweise ergiebigen Niederschlägen (in der Region Chablais) eine Neubildung stattfand, welche die Grundwasserpegel mehrheitlich ansteigen liess. Diese Neubildung trug dazu bei, den Höchstwasserstand für 2025 zu erreichen, der übrigens bei Werten liegt, die mit den Mittelwerten des Monats Juni vergleichbar sind!
• Region Unterwallis: Grundwasserstände im Normbereich oder auch leicht darunter. Generell steigende Tendenz in der Region Martigny – St-Maurice, sinkende Tendenz in der Region Chablais.
• Region Mittelwallis: Grundwasserstände im Normbereich oder auch leicht darüber. Steigende Tendenz.
• Region Oberwallis: Grundwasserstände über oder gleich dem Normalwert, Tendenz steigend.
Abbildung 3: Kantonale Grundwasserüberwachung: Stand der im Juli 2025 erhobenen Grundwasserstände. Quelle: Kantonales Überwachungsnetz für das Grundwasser. DUW/DNAGE/CREALP.