Präsidium

Protokoll und Administration

Der Gesamtstaatsrat ist im Jahr 2024 zu 44 Sitzungen zusammengetreten, um die ordentlichen Geschäfte zu behandeln. An diesen Sitzungen hat er rund 5260 Entscheide getroffen. Im Rahmen seiner Arbeitssitzungen traf sich der Staatsrat mit der Stadt Sitten, dem Verband Walliser Gemeinden, dem Walliser Presseverein, den Walliser Abgeordneten im Bundesparlament, den Präfektinnen/Präfekten und Vizepräfektinnen/Vizepräfekten, den Oberaufsichtskommissionen des Grossen Rates sowie den Regierungen der Kantone Waadt und Freiburg. Die Regierung hat auch 727 Neubürgerinnen und Neubürger vereidigt. Überdies hat sie 5 Notarinnen und Notare vereidigt sowie 22 Anwaltsdiplome und 6 Notariatspatente verliehen.

Im Rahmen der traditionellen Neujahrszeremonie hat der Staatsrat den Präsidien des Grossen Rates und des Kantonsgerichts, den Vertreterinnen und Vertretern der Staatsanwaltschaft, des Bistums Sitten, der evangelisch-reformierten Kirche und der Armee, den Mitgliedern des Büros des Grossen Rates, den Walliser Abgeordneten im Bundesparlament sowie den Vertreterinnen und Vertretern des Bezirks, der Stadt und der Burgergemeinde Sitten seine Neujahrswünsche überbracht.

Der Staatsrat nahm zudem im Sommer am alljährlichen Ausflug mit den Kirchenbehörden sowie am Präsidialausflug in Begleitung der ehemaligen Magistratspersonen teil. Er hat den scheidenden Präsidenten des Grossen Rates und des Staatsrates, Mathias Delaloye und Christophe Darbellay, den traditionellen Zinnteller überreicht.

Die Walliser Regierung gab einen Empfang zu Ehren der 370 Mitarbeitenden, die ihr 25-, 30-, 35-, 40- bzw. 45-jähriges Dienstjubiläum beim Staat Wallis feierten.

Schliesslich durften sich 24 Walliserinnen und Walliser anlässlich ihres 100. Geburtstages über den Besuch eines Staatsrates sowie ein Geschenk der Regierung freuen.

Der Kanton Wallis hat im Januar die türkische Generalkonsulin İpek Zeytinoğlu Özkan, im Februar den französischen Generalkonsul Clément Leclerc und im März den italienischen Botschafter in der Schweiz S. E. Gian Lorenzo Cornado zu einem offiziellen Besuch empfangen. Sie wurden im Maison de la Préfecture in Sitten von einer Walliser Delegation, angeführt von Staatsratspräsident Christophe Darbellay, empfangen.

Im Mai führte der traditionelle Ausflug des Bundespräsidiums mit den in der Schweiz akkreditierten ausländischen Botschafterinnen und Botschaftern ins Wallis. Eine Delegation des Staatsrates hiess sie offiziell willkommen.

Im Juni durfte der Staatsrat den Bundesrat, angeführt von Bundespräsidentin Viola Amherd, anlässlich seiner «Schulreise» im Wallis empfangen. Zu diesem Anlass organisierte die Staatskanzlei zusammen mit der Stadt Sitten eine Begegnung mit der Bevölkerung.

Im Dezember hat der Staatsrat die Regierung des Kantons Graubünden zu einem Besuch in Martinach begrüsst.

Der Präsident des Staatsrates, Franz Ruppen, hat den Preis 2024 der Stiftung «Divisionär F.-K. Rünzi» an Lionel Dellberg verliehen, um das aussergewöhnliche Talent und die Schaffenskraft dieses Zauberkünstlers zu würdigen, die ihm internationalen Erfolg beschert und ihn über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus zu einem Botschafter für das Wallis gemacht haben.

Im Juni hat die Staatskanzlei zusammen mit der Kanzlei des Bistums Sitten den Empfang Seiner Eminenz Kardinal Emil Paul Tscherrig organisiert, der im September des Vorjahres von Papst Franziskus zum Kardinal ernannt worden war. Kardinal Tscherrig ist nach Mathieu Schiner und Henri Schwery der dritte Walliser Würdenträger, dem diese Ehre zuteilwird.

In seiner Sitzung vom 4. Dezember 2024 hat der Staatsrat beschlossen, seinen protokollarischen Leitfaden zu überarbeiten und ihn an die gesellschaftliche Entwicklung anzupassen. In diesem Rahmen wurden einige Bestimmungen gelockert. So kann der Regierungspräsident beispielsweise nun selbst entscheiden, ob er seine Neujahrswünsche an die Behörden und die Bevölkerung im Rahmen eines Neujahrsempfangs oder in einer anderen Form überbringen will.

Lionel Dellberg erhält den Rünzi-Preis 2024

Rechtsangelegenheiten

Die Revision des Gesetzes über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und die Archivierung (GIDA) ist am 1. Januar 2024 in Kraft getreten. Ihr Hauptziel besteht darin, das kantonale Recht an die Entwicklung des eidgenössischen und des europäischen Datenschutzrechts anzupassen. Vor diesem Hintergrund hat der Staatsrat einen Juristen und Datenschutzdelegierten ernannt, der sein Amt am 1. Juni 2024 angetreten hat. Er ist direkt der Staatkanzlei angegliedert und hat die Aufgabe, die Kantonsverwaltung zu beraten, die Information und Schulung ihrer Mitarbeitenden zu fördern, zur Umsetzung der datenschutzrechtlichen Vorschriften beizutragen, Massnahmen vorzuschlagen, falls diese Vorschriften verletzt worden sind, als Anlaufstelle für die betroffenen Personen und die Aufsichtsbehörden zu fungieren und schliesslich Fragen im Bereich des Öffentlichkeitsprinzips zu beantworten.

Das neue Gesetz über die Mediation in Verwaltungsangelegenheiten (MedG), das ebenfalls am 1. Januar 2024 in Kraft getreten ist, führt eine unabhängige Ombudsstelle ein. Die Mediation wird von einer deutschsprachigen und einer französischsprachigen Ombudsperson gewährleistet. Diese beiden Personen, die administrativ der Staatskanzlei angegliedert sind, arbeiten unabhängig, unparteiisch und neutral. Sie schalten sich ein, wenn die üblichen Versuche zur Beilegung eines Konflikts zu keiner für beide Seiten zufriedenstellenden Lösung geführt haben. Sie versuchen, den Dialog zwischen den Betroffenen wiederherzustellen und ihnen dabei zu helfen, eine einvernehmliche Lösung zu finden, wodurch Beschwerden bei Verwaltungs- und Gerichtsbehörden vermieden werden können. Auf diese Weise soll auch zur Verbesserung der Arbeitsweise der Verwaltung beigetragen werden.

357 Beschwerden, insbesondere in den Bereichen Ausländerrecht, Baurecht, Strassenverkehrsrecht, Strassensignalisationsrecht, Energierecht, öffentliches Gesundheitsrecht, bäuerliches Bodenrecht, Disziplinarrecht und Bildungsrecht, wurden beim Staatsrat eingereicht. Die Staatskanzlei hat im Jahr 2024 insgesamt 303 Beschwerden instruiert und dem Staatsrat unterbreitet.

Die Staatskanzlei gewährleistete die Kontrolle und Veröffentlichung der Erlasse in beiden Amtssprachen im Amtsblatt sowie in der systematischen (SGS) und der amtlichen (AGS) Gesetzessammlung, die auf der Gesetzgebungs-Website zugänglich sind. 151 Erlasse wurden in der AGS veröffentlicht. Die elektronische respektive die im Amtsblatt veröffentlichte Version ist massgebend.

Die Staatskanzlei unterstützte die Regierungsmitglieder in juristischen Belangen, indem sie unter anderem verschiedene Rechtsgutachten erstellte. Sie hat die Dienststellen der Kantonsverwaltung insbesondere bei Fragen betreffend die Information der Öffentlichkeit und den Zugang zu amtlichen Dokumenten vor dem Hintergrund des im Gesetz über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und die Archivierung (GIDA) verankerten Öffentlichkeitsprinzips beraten.

Die Staatskanzlei instruiert auch die Disziplinarfälle des Staates und präsidiert die Konsultativkommission für durch Amtsträger gegenüber dem Staat verursachte Schäden, wodurch sie den Staatsrat bei der Beurteilung der diesbezüglichen Fälle unterstützt. Überdies präsidiert sie die Sicherheitskommission, an die sich Staatsangestellte im Fall von Konflikten und Gewalt am Arbeitsplatz wenden können.

Die Staatskanzlei hat die Koordination zwischen Verwaltung und Parlamentsdienst gewährleistet und in diesem Rahmen insbesondere die Legislaturplanung ausgearbeitet.

Das Übersetzungsteam der Staatskanzlei und des Parlamentsdienstes hat rund 1200 Seiten übersetzt, in erster Linie für das Präsidium und den Grossen Rat. Zu diesem Zweck verwenden die Übersetzerinnen und Übersetzer leistungsfähige Übersetzungs- und Terminologiedatenbanken (SDL Trados Studio und MultiTerm), die ein vernetztes Arbeiten mit sämtlichen Übersetzerinnen und Übersetzern der Kantonsverwaltung und somit eine Steigerung der Quantität und vor allem der Qualität der ausgeführten Übersetzungen ermöglichen. Zudem sorgte das Übersetzungsteam für die Wartung und Speisung der Terminologiedatenbank (rund 16’900 Begriffe) und der Übersetzungsdatenbank (rund zwei Millionen Übersetzungseinheiten) und gewährleistete die Koordination zwischen den verschiedenen Übersetzerinnen und Übersetzern der Kantonsverwaltung sowie die Zusammenarbeit mit den Übersetzungsdiensten der anderen Kantone und der Sektion Terminologie der Bundeskanzlei. Schliesslich beteiligte sich das Übersetzungsteam aktiv an der Entwicklung des verwaltungsinternen Übersetzungstools «VS-Write».

Mediation in Verwaltungsangelegenheiten - Ernennung von zwei kantonalen Ombudspersonen

Logistik und Empfang

Die Staatskanzlei hat über ihre Telefonzentrale insgesamt 12’221 Anrufe entgegengenommen. Zudem hat sie 3265 Beglaubigungen vorgenommen.

Die Weibel haben für die Staatsräte mit den Regierungsfahrzeugen rund 97’500 Kilometer zurückgelegt. Überdies begleiteten sie den Präsidenten und die Mitglieder des Staatsrates bei ihren Repräsentationsaufgaben.

Die Staatskanzlei ist für die Sortierung und Verteilung der an die verschiedenen Dienststellen der Kantonsverwaltung gerichteten Post zuständig. Zudem hat sie im Jahr 2024 mehr als 3,4 Millionen Postsendungen verschickt.

Empfang des italienischen Botschafters © Studio Bonnardot, Sitten

Strategische Führung und Regierungscontrolling

Im Rahmen der Vorbereitung auf eine allfällige Strommangellage wurden Übungen durchgeführt, in denen die verschiedenen Stadien eines Strommangels simuliert wurden, um die Resilienz der Dienststellen der Kantonsverwaltung auf Herz und Nieren zu testen.

Die Staatskanzlei wurde während der Unwetter im Juni und Juli 2024 und in der Phase nach diesen Ereignissen in ihrer Rolle als Verantwortliche für den Stab Regierungs- und Rechtsangelegenheiten sowie für den Informationsstab des Kantonalen Führungsorgans mobilisiert. In diesem Zusammenhang hat sie auch eine Applikation zur Abwicklung der Hilfsgesuche von Geschädigten (Meldung, Bearbeitung und Zahlung) entwickelt.

Die Arbeiten im Bereich der strategischen Analyse, die der neuen Regierung bei der Ausarbeitung ihres Regierungsprogramms von Nutzen sein werden, wurden Ende 2024 in Angriff genommen.

Im Rahmen des Regierungscontrollings hat die Staatskanzlei den neuen Prozess zur Ausarbeitung der strategischen Leistungsaufträge der Departemente geleitet, der sich in die Vorbereitungsarbeiten für das Budget einfügt. Ausserdem hat sie die Entwicklung und Optimierung der IT-Tools vorangetrieben, die von den Departementen und Dienststellen im Rahmen des Controllings verwendet werden.

Mehrere Analysen und Entwicklungen von IT-Anwendungen im Controllingbereich wurden durchgeführt. Sie betreffen die Verwaltung der staatlichen Beteiligungen, der Leistungsaufträge von Institutionen und der Sitzungen des Staatsrates sowie die Digitalisierung der Post.

Im Jahr 2024 wurden insgesamt 145 parlamentarische Vorstösse angenommen (40 Motionen und 105 Postulate). Von diesen Vorstössen wurden 41 (8 Motionen und 33 Postulate) bereits umgesetzt.

Ende 2024 warteten 55 Vorstösse (21 Motionen und 34 Postulate) auf ihre Entwicklung und 85 Vorstösse (30 Motionen und 55 Postulate) auf ihre Behandlung, während sich 223 Vorstösse (40 Motionen und 183 Postulate) in der Umsetzung befanden.

2024 wurde ein besonderes Gewicht auf das regelmässige und aktive Monitoring der vom Staatsrat als prioritär eingestuften Bundesgeschäfte gelegt.

Die Staatskanzlei zeichnete zudem auf Kantonsebene weiterhin für die administrative Betreuung der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) und der Konferenz der Westschweizer Kantonsregierungen (WRK) verantwortlich, in denen das Wallis durch Roberto Schmidt vertreten wurde. Letzterer war auch Vertreter des Walliser Staatsrates bei der Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK), in der das Wallis besonders aktiv ist.

Der Staatsrat und die Walliser Abgeordneten im Bundesparlament haben sich jeweils vor der Sommer- und Wintersession 2024 des Bundesparlaments in Bern oder Sitten getroffen. Bei dieser Gelegenheit wurden insbesondere folgende Themen behandelt: Entlastungspaket für den Bundeshaushalt, Steuer- und Finanzpolitik (Eigenmietwert, Zweitwohnungssteuer, Individualbesteuerung), Energiepolitik, Raumplanung, Agrarpolitik, Erdbebenversicherung und Verkehrspolitik. Mehrere dieser Geschäfte konnten 2024 – insbesondere dank des Engagements der Walliser Abgeordneten im Bundesparlament und der Mitglieder des Staatsrates mit Unterstützung der Staatskanzlei – unter Dach und Fach gebracht werden.

2024 hatte Christophe Darbellay den Vorsitz des Genferseerates inne. Im September organisierte der Kanton Wallis anlässlich der 35. Rhonefeste und im Rahmen seines Vorsitzes im Genferseerat in Monthey in Zusammenarbeit mit Chablais Région ein Treffen, um auf die bald 40 Jahre der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zurückzublicken.

Die von Franz Ruppen präsidierte Fachkommission Mobilität des Genferseerates ist ihrerseits im April im Unterhaltszentrum der Genfer Verkehrsbetriebe (tpg) zusammengetreten. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Nachhaltigkeit und die Strategien mehrerer ÖV-Unternehmen in der Genferseeregion (Lémanis, CGN). Zudem berichtete der Chef der Walliser Dienststelle für Mobilität über den Fortschritt der Bahnlinie Genfersee Süd zwischen Evian und St-Gingolph.

Die jährliche Plenarversammlung des Genferseerates fand im Dezember im Weltradsportzentrum – UCI in Aigle statt. Dabei stand der Sport im Mittelpunkt mit Präsentationen zu anstehenden Grossereignissen, wie die Fussball-Europameisterschaft der Frauen 2025, bei der einige Spiele in Sitten stattfinden werden, oder auch die UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaften 2025, mit acht Disziplinen, die an verschiedenen Orten im Wallis ausgetragen werden.

Unwetter - Kantonale Schutzmassnahmen und Finanzierung ©SDM / DM

Information

IVS hat insgesamt 42 Medienkonferenzen organisiert sowie 234 Medienmitteilungen, 43 News und 30 Bulletins der wöchentlichen Staatsratssitzungen verfasst und verbreitet. Ausserdem kümmerte sich IVS um die Begleitung der Regierungsgeschäfte, die Unterstützung von Regierung und Verwaltung im Kommunikationsbereich, die Verbreitung von Inhalten im Auftrag von interkantonalen Institutionen oder Walliser Einrichtungen von öffentlichem Interesse, die Beantwortung zahlreicher Medienanfragen, die Bereitstellung von Fotos sowie des täglichen Pressespiegels und thematischer Artikelsammlungen. Schliesslich war IVS zuständig für die Information des Verwaltungspersonals über wichtige Entscheide und Projekte, verwaltungsinterne Massensendungen (Newsletter, Ausbildungsangebote usw.), die Konzeption und Herausgabe des Jahresberichts des Staatsrates, verschiedene grafische Arbeiten sowie das Aufschalten von Vernehmlassungen, Berichten oder sonstigen Inhalten im Auftrag der Dienststellen. Im Jahr 2024 wurden drei Ausgaben des Online-Mitarbeitermagazins «Vis-à-Vis» veröffentlicht.

Im Jahr 2024 wurde das Wallis von zahlreichen Unwettern heimgesucht, die zu Strassenunterbrüchen und Überschwemmungen führten. Während der Unwetter von Juni und Juli 2024 wurde so regelmässig wie möglich kommuniziert, um die Bevölkerung auf dem Laufenden zu halten und sie über die an die Entwicklung der Lage angepassten Empfehlungen zu informieren. Auf der Website des Kantons Wallis wurde eine Sonderseite aufgeschaltet, um Gemeinden, Privatpersonen und Unternehmen über die verschiedenen bestehenden Unterstützungsmechanismen zu informieren.

Neben X und Instagram ist der Staat Wallis nun auch auf LinkedIn zu finden. Ziel ist es, die Präsenz des Kantons auf den sozialen Netzwerken zu verstärken, um die Informationsverbreitung zu gewährleisten und ein möglichst grosses Publikum zu erreichen.

Sämtliche Seiten der kantonalen Website wurden einem Lifting unterzogen, wobei insbesondere die aktuellen Normen im Bereich der digitalen Barrierefreiheit berücksichtigt wurden. In diesem Rahmen wurden die Webinhalte im Hinblick auf eine bessere Lesbarkeit neu gestaltet.

Webseite "Unterstützung bei Unwetter"