Volkswirtschaft und Bildung

Intensiv und ereignisreich – zwei bezeichnende Adjektive für das Jahr 2024

Die Überschwemmungen im Sommer zwangen den Industriestandort Siders dazu, seine Aktivitäten für einige Monate einzustellen. Neben Soforthilfen wie Kurzarbeitsentschädigung haben wir uns intensiv um Lösungen für eine rasche Wiederaufnahme des Betriebs und den Verbleib der Unternehmen Novelis und Constellium im Wallis bemüht.

Wir haben ausserdem Lösungen erarbeitet, um der Landwirtschaft langfristige Perspektiven zu geben und gleichzeitig den Herausforderungen des Klimawandels und dem Auftreten neuer Schädlinge zu begegnen.

Die vierjährige Programmvereinbarung von Valais/Wallis Promotion (VWP), die vom Grossen Rat genehmigt wurde, legt die Richtlinien für die branchenübergreifende Promotion fest. Ferner bezeichnet die Gründung der Energypolis AG als Verantwortliche für den Innovationspark Wallis den letzten Schritt zur vollständigen Schaffung der Wertschöpfungskette des Campus Energypolis.

Im Bildungsbereich haben wir mit der Umsetzung des Massnahmenpakets in Höhe von 30 Millionen Franken gestartet, um die Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen zu verbessern. Zudem haben wir mit der Umsetzung der Strategie zur digitalen Bildung begonnen. Es wurden Überlegungen zur Definition einer Vision für die Berufsbildung im Wallis angestellt, um dem zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen. Die Gründung der Universität Wallis ist ebenfalls auf gutem Wege.

Die komplexen Herausforderungen dieses intensiven und ereignisreichen Jahres konnten dank der professionellen Arbeit eines motivierten Teams bewältigt werden.

Christophe Darbellay
Staatsrat

Foto : © lindaphoto.ch

Wirtschaft, Tourismus und Innovation

Wirtschaftsförderung Wallis bearbeitete 203 Anfragen von Unternehmen, Investoren und Wirtschaftskreisen für finanzielle Hilfen, Innovationsfördergelder und die Begleitung bei administrativen Schritten. Zudem wurden gute Kontakte mit 53 ausländischen Unternehmen geknüpft, die an einer Ausweitung ihrer Tätigkeit in der Schweiz interessiert sind.

Das Gesetz über die kantonale Wirtschaftspolitik (GkWPol) wird derzeit überarbeitet. Ziele des Vorentwurfs sind die Unterstützung und Förderung der Wirtschaftstätigkeit im Kanton und die Festlegung der Aufgaben, Organe und Massnahmen, mit denen die Ziele der kantonalen Wirtschaftsstrategie erreicht werden können. Der Vorentwurf wird im Frühling 2025 in die Vernehmlassung geschickt.

Durch die Neue Regionalpolitik (NRP) hat die Dienststelle für Wirtschaft, Tourismus und Innovation (DWTI) ihre Unterstützung für die Entwicklung der Tourismus-, Industrie- und Kreativwirtschaft fortgesetzt. Sie kann durch das NRP-Umsetzungsprogramm 2024–2027 die Kreativwirtschaft unterstützen. Im Bereich Film wurde die Unterstützung der Valais Film Commission (VFC) für den Zeitraum 2025–2028 verlängert, wobei die Verankerung des Büros der VFC bei Valais/Wallis Promotion (VWP) beibehalten und die zugewiesenen Mittel aufgestockt wurden. Im Bereich der digitalen Kreation wurde das Projekt PRISM (Programme de mise en Réseau, d’Innovation et de Soutien aux Métiers créatifs) durch einen Projektaufruf initiiert.

Mit der vom Grossen Rat genehmigten Programmvereinbarung 2025–2028 haben das Departement für Volkswirtschaft und Bildung (DVB) und VWP die Grundsätze der Zusammenarbeit für die branchenübergreifende Promotion des Wallis in den kommenden vier Jahren festgelegt.

Die Gründung von Energypolis AG ist ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und den Unternehmen auf dem Campus Energypolis zu stärken. Im Juni wurden sechs neue Lehrstühle der EPFL für erneuerbare Energien und CO2-Abscheidung angekündigt. Bis im Jahr 2032 wird es 22 Lehrstühle geben. Ziel ist es, das Wallis zu einem nationalen Zentrum für grüne Energie zu machen. Das Swiss Polar Institute führte erneut ein Festival durch, um vor allem Jugendliche für die Klimaerwärmung zu sensibilisieren, und die EPFL eröffnete ein Büro in Sitten, um den Jugendlichen wissenschaftliche Berufe näherzubringen.

Nach der öffentlichen Vernehmlassung verzichtete der Staatsrat darauf, den Flughafen als Wirtschafts- und Tourismusinstrument zu betreiben. Das Management bleibt in den Händen der Stadt Sitten.

2024 war ein ereignisreiches Jahr für valais4you. Vier Videoclips zeigten lokale Talente in ihrem Alltag, und die Teilnahme an Messen und Konferenzen erhöhte die Sichtbarkeit des Wallis und seiner Unternehmen in der Schweiz. Die Strategie von valais4you wurde ebenfalls angepasst.

Die im Jahr 2015 lancierte Plattform für Bergberufe (BergPro) hat ein Facelifting mit technologischen und sicherheitsrelevanten Updates erhalten. Die neue Version bietet den Anbietern einen beschleunigten Prozess, Datensicherheit und eine intuitivere Benutzeroberfläche.

Auftakt zur dritten Entwicklungsphase der EPFL im Wallis © Olivier Maire, Sitten

Rechtsdienst für Wirtschaftsangelegenheiten

Seit dem 1. Januar 2024 untersteht der Kanton Wallis der neuen Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB) sowie der kantonalen Ausführungsgesetzgebung (kGIVöB) und der Ausführungsverordnung (kVöB).

In der ersten Jahreshälfte konzentrierte sich der Rechtsdienst für Wirtschaftsangelegenheiten (RDWA) auf die Schulung der Vergabestellen im neuen öffentlichen Beschaffungsrecht. Gleichzeitig entwickelte der RDWA Instrumente, um die Umsetzung des neuen öffentlichen Beschaffungsrechts zu erleichtern, und bereitete die Vergabestellen auf die Inbetriebnahme der neuen Version der Informationsplattform SIMAP am 1. Juli 2024 vor.

Im März 2024 erstellte der RDWA unter anderem die Vergabestatistik 2023 der Kantonsverwaltung, die wie diejenigen der Vorjahre auf der Website des Kantons Wallis eingesehen werden kann.

2024 behandelte der RDWA 1978 Dossiers in Anwendung des bäuerlichen Bodenrechts.

Illustrationsbild

Landwirtschaft

Im Wallis sind neue Schädlinge aufgetaucht: der Japankäfer und die Asiatische Hornisse. Sie kommen zu den bereits vorhandenen Schädlingen wie der Schmierlaus oder der Kirschessigfliege sowie zu Krankheiten wie Feuerbrand oder Goldgelbe Vergilbung hinzu. Der Pflanzenbau steht daher unter Druck, zumal die Liste der zugelassenen Pflanzenschutzmittel stetig kürzer wird. Hinzu kommen komplizierte Märkte mit stagnierenden Preisen, während die Produktionskosten steigen.

Die heutigen Grundbesitzverhältnisse in den Walliser Rebbergen hemmen deren Rentabilität und Entwicklung sowohl in wirtschaftlicher als auch in ökologischer und landschaftlicher Hinsicht. Eine Analyse der Dienststelle für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit der Branche bestätigt diese Feststellung. Das Projekt «Rebberg des 21. Jahrhunderts» sieht Massnahmen zur Modernisierung und Rationalisierung der Strukturen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 170 Millionen Franken über einen Zeitraum von 15 Jahren vor. Der Staatsrat unterstützt das Vorgehen und hat beschlossen, beim Grossen Rat die Gewährung eines Rahmenkredits in Höhe von 141 Millionen Franken zu beantragen.

Der Staat Wallis und die Walliser Obst- und Gemüsebranchenorganisation (IFELV) erarbeiteten gemeinsam eine Strategie für den Obst- und Gemüsebau bis 2030. Diese verdeutlicht das gemeinsame Bestreben, durch die Schaffung von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Werten zu einer nachhaltigen und widerstandsfähigen Agrarproduktion beizutragen.

Im Rahmen der Strategie zur Förderung von Landwirtschaftsprodukten organisierte die Dienststelle für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsverbänden und VWP in Châteauneuf die erste Ausgabe von «TERROIRS – Markt und Workshops». Rund 40 Produzierende sowie die beiden Gastregionen Jura und Aostatal zogen über 2000 Besuchende an.

Die Agrarpolitik 2014–2017 des Bundes (AP 14–17) brachte wichtige Wechsel im Direktzahlungssystem mit sich. Der Schwerpunkt liegt auf pflanzlichen und landschaftlichen Aspekten, insbesondere auf Alpen. Insgesamt wurden im Wallis 165 Millionen Franken investiert, davon 50 Millionen Franken für die Alpen. Diese Programme und Projekte werden mit einigen Anpassungen, die für 2028 erwartet werden, weitergeführt. Das Ziel bleibt dasselbe: den Reichtum der Biodiversität und der Walliser Kulturlandschaften zu erhalten und aufzuwerten.

Im Rahmen des Jahreskongresses der international federation of agricultural journalists besuchten 35 Fachpersonen das Wallis. Sie konnten einen Tag lang die Vielfalt und den Reichtum des Angebots der Walliser Landwirtschaft und der damit verbundenen Gastronomie entdecken und schätzen lernen.

Bekämpfungsmassnahmen zum Japankäfer im Wallis

Industrie, Handel und Arbeit

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen im Wallis stieg im Jahr 2024 auf 4845 (+822). Die kantonale Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte (PP) auf 2,7 Prozent an. Die regionalen Arbeitslosequoten betragen 1,1 Prozent (+0,2 PP) im Oberwallis, 3,2 Prozent (+0,5 PP) im Mittelwallis und 3,4 Prozent (+0,7 PP) im Unterwallis. Die Schweizer Arbeitslosenquote stieg auf 2,4 Prozent (+0,4 PP).

Die Dienstelle für Industrie, Handel und Arbeit (DIHA) erhielt 60 Kurzarbeitsgesuche. Die meisten aus den Vispertälern, der Region Siders und dem Val de Bagnes. Es wurde alles unternommen, um diesen Ansturm effizient zu bewältigen und den Arbeitgebenden schnelle Unterstützung zu bieten. Die Unternehmen machten letztlich weniger Gebrauch von KAE als zum Zeitpunkt der Gesucheinreichungen zu befürchten war.

Im Oktober 2024 organisierte das Forum Arbeit Wallis in Partnerschaft mit Avenir Industrie Valais/Wallis (AIVW) und den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) auf dem Campus Energypolis in Sitten zum ersten Mal ein Job-Dating für Industrieberufe. 13 Unternehmen und 100 vorausgewählte Bewerberinnen und Bewerber nahmen an dieser dynamischen Veranstaltung teil. Obwohl keine Arbeitsplätze garantiert werden konnten, bekundeten viele Unternehmen ihr Interesse an bestimmten Profilen und wollten mit den Bewerberinnen und Bewerbern erneut in Kontakt treten.

Über 350 Teilnehmende kamen am 19. September 2024 im Rahmen der Kantonalen Tagung der IIZ Wallis in Monthey zusammen, um sich über die Herausforderungen der sozialen und beruflichen Eingliederung und der psychischen Gesundheit im Migrationskontext auszutauschen. Die Integrationsagenda Schweiz wurde vorgestellt, wobei drei Hauptbereiche hervorgehoben wurden: Ausbildung, Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt und soziale Integration. Zwei Fachpersonen für psychische Gesundheit betonten die Bedeutung eines personalisierten Ansatzes, der die Lebensläufe von Migrantinnen und Migranten berücksichtigt, um ihre berufliche Eingliederung zu fördern.

Forum Arbeit Wallis 2024 © Studio Bonnardot, Sion

Stipendien und Ausbildungsdarlehen

Ausbezahlte Beträge im Jahr 2024  Stipendien (CHF) Darlehen (CHF)  Anzahl 
Obligatorische Schulzeit 103’260 0 22
Schulen zur Vorbereitung auf die gymnasiale Maturität 3'199’240 0 452
Andere allgemeine Ausbildung 3'376'155 28’170 495
Berufsfachschulen in Vollzeit 1'461’005 109’350 221
Berufslehren 3'316’480 192’860 541
Berufsmaturitäten 185’430 0 37
Höhere Berufsbildung 484’485 346’830 84
Fachhochschulen 2'835’355 769’440 442
Universitäten und ETH 4'524’965 861’575 645
Weiterbildung 1’685 48’625 8
TOTAL 19'488’060 2'356’850 2814(1)
Rechnung 2024(2)      
Studiendarlehen 2024 2,45 Millionen Franken
Stipendien 2024 19,42 Millionen Franken
Ausbildungsdarlehen per Ende 2024      
Anzahl der Begünstigten 1’669
Betrag 16,52 Millionen Franken

 

(1) Mehrere Auszubildende wurden im selben Kalenderjahr in mehreren Ausbildungen unterstützt.
(2) Diese Beträge berücksichtigen die Übergangsregelungen (im Jahr 2024 gezahlte Beträge, die das Herbstsemester 2023 betreffen, und im Jahr 2025 zu zahlende Beträge, die das Herbstsemester 2024 betreffen).

 

Illustrationsbild

Unterrichtswesen

Alle Massnahmen zugunsten der Lehrpersonen aus dem Paket von 30 Millionen Franken, das vom DVB vorgeschlagen und vom Staatsrat im Jahr 2023 beschlossen wurde, wurden umgesetzt. Dadurch wurde der Lehrberuf attraktiver, die in der Vergleichsstudie über die Lohnbedingungen der Lehrpersonen festgestellten Unterschiede wurden verringert und die in der vorangegangenen Zufriedenheitsumfrage angesprochenen Probleme wurden angegangen.

Der Staatsrat erliess die kantonale Strategie zur digitalen Bildung. Deren Massnahmen werden in drei Bereichen umgesetzt: Einrichtung eines Amtes für digitale Bildung, Ausbildung und Entwicklung von Infrastruktur und Ausstattung.

Um die digitalen Kompetenzen zu festigen, entschied der Staatsrat, ab dem Schuljahr 2024/2025 Lektionen für digitale Bildung in den Stundenplan aufzunehmen. Das Departement schlug ausserdem vor, dass überfachliche Kompetenzen spezifisch erarbeitet werden sollten.

Durch die Verringerung der Unterrichtszeit (von 32 auf 30 Wochenlektionen in der Primarschule und von 26 auf 25 Wochenlektionen in der Orientierungsschule) konnte mehr Zeit für die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen sowie insbesondere für Treffen mit Fachpersonen aufgewendet werden.

Nachdem sich die Invalidenversicherung aus der Analyse und Finanzierung von Technologien zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Lernschwierigkeiten zurückgezogen hatte, bereitete das Amt für Sonderschulwesen eine Ersatzlösung vor, die am 1. Januar 2025 in Kraft trat.

Das Jahr war geprägt von der ungeplanten Ankunft von rund 30 Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigung, während die angepassten Strukturen bereits voll ausgelastet waren.

Die Verabschiedung des Reglements über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätszeugnissen durch die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) im August 2024 bietet die Gelegenheit, den Rahmen dieser Schulstufe neu zu gestalten.

Die Krise im Zusammenhang mit Missbrauch und unangemessenem Verhalten in der Abtei St‑Maurice führte zu einer strikten Trennung zwischen dieser Institution und der Schule, die nun den Namen Lycée-Collège de St-Maurice trägt.

Zur Vereinheitlichung der Praktiken wurden Hinweise zu Nachteilsausgleichsmassnahmen und zur Verwendung generativer KI erstellt.

Durch das berufsbegleitende Langzeitpraktikum wird die Realität vor Ort berücksichtigt, der Lehrpersonenmangel verringert und gleichzeitig die Qualität der Bildung sicherstellt. Dieses System ermöglicht eine optimale Bildung der Studierenden, indem berufliche und praktische Bildung eng miteinander verknüpft sind. Mit Beginn des Schuljahres 2024/2025 wurde das Modell des Langzeitpraktikums, das im Oberwallis bereits angewandt wurde, auch im Unterwallis eingeführt.

Ein immer stärkeres Interesse von Schuldirektionen, Lehrpersonen und Eltern an der Mobilität von Jugendlichen zeugt von der wachsenden Bedeutung, die dem Sprachaustausch beigemessen wird. Die nationale Agentur Movetia und das Büro für Sprachaustausch (BSA) unterstützen diese Dynamik. Der Stand zur Zweisprachigkeit an der Foire du Valais veranschaulichte diese Begeisterung für den Sprachaustausch perfekt. Schliesslich wurde das Sprachenkonzept aktualisiert.

Die Zweisprachigkeit als Ehrengast der Foire du Valais 2024

Berufsbildung

Die Dienststelle für Berufsbildung (DB) stärkt die Begleitung von Jugendlichen beim Übertritt von der obligatorischen Schule in die Arbeitswelt. Diese wichtige Phase der Veränderung erfordert besondere Aufmerksamkeit. Lehrpersonen des ersten Lehrjahres spielen eine wichtige Rolle, um diesen Übertritt zu erleichtern und so Auflösungen von Lehrverträgen zu vermeiden. Ein kantonales Konzept koordiniert die Massnahmen für den Nachteilsausgleich, wobei das Hauptziel darin besteht, Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen bei der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zu helfen.

Die DB führte einen innovativen Bildungsgang ein: die technische Berufsmaturität nach dem EFZ. Dieses Hybridprogramm kombiniert Präsenzunterricht mit blended learning. Für Unternehmen trägt dieses Angebot dazu bei, Talente an sich zu binden. Das Pilotprojekt ist eine Antwort auf die heutigen Bedürfnisse der Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben sowie Studium.

Angesichts der wachsenden Herausforderungen durch den Mangel an Lernenden und die sich ändernden Bedürfnisse der Walliser Wirtschaft arbeitete die Gruppe Berufsbildungsoffensive aus Vertreterinnen und Vertretern des Staates und von Fachkreisen daran, eine gemeinsame Vision für die Berufsbildung im Wallis zu erarbeiten. Zu ihren Vorschlägen gehört die Einrichtung eines Lenkungsausschusses, der den vorrangigen Handlungsbedarf, die Entwicklung flexibler und innovativer Programme sowie die Stärkung der Synergien zwischen allen Partnern überwacht.

Die steigende Zahl junger Migrantinnen und Migranten im Oberwallis erfordert eine Verstärkung der Integrationsmassnahmen. Es wurden Angebote geschaffen, bei denen sich Unterricht und Betriebspraktika abwechseln. Sie fördern den Erwerb von Kompetenzen und sorgen gleichzeitig für eine bessere Integration in die Berufswelt.

Aufgrund ihrer starken Verbindung zur Arbeitswelt verfolgt die DB die Entwicklung digitaler Techniken und Werkzeuge sehr genau. Zu den Prioritäten gehören die Entwicklung digitaler Lehrmittel für Lehrpersonen, die Anpassung der Lehrmittel an den Berufsalltag und der verstärkte Zugang zu digitaler Bildung für Jugendliche.

Seit August 2024 steht den Lernenden der Bereiche Gesundheit, Soziales, Informatik und Life Sciences ein neues Gebäude in Visp zur Verfügung.

Die Vorbereitungsarbeiten für den Bau des Campus EDHEA und Couture-Lehratelier in Siders sind im Gange. Die neuen Räumlichkeiten werden zum Schuljahresbeginn 2027/2028 bereitstehen.

Der Grosse Rat erhöhte den Fonds FIGI, wodurch in Monthey neue Infrastrukturen im Bereich Chemie und in Martinach in den Bereichen Gesundheit und Soziales in Betracht gezogen werden können.

Neue Berufsmaturität nach dem EFZ im Blended-Learning-Format in der Ausrichtung «Technik, Architektur, Life Sciences»

Tertiärbildung

Seit dem 1. September 2024 präsidiert Staatsrat Christophe Darbellay den Regierungsausschuss der HES-SO. Unter seinem Vorsitz wurden die Zielvereinbarung 2025–2028 und der Finanzentwicklungsplan verabschiedet.

Im Rahmen der Massnahmen der Taskforce Pflegeinitiative führte die Hochschule für Gesundheit (HEdS) im September 2024 den Bachelor in Pflege in Teilzeit ein. Durch das neue Studienmodell können Studierende ihr Studium besser mit ihrem Berufs- und Privatleben vereinbaren.

Im Mai 2024 nahm der Grosse Rat das Rahmengesetz über die Förderung von Hochschulen und Forschung an, das am 1. Januar 2026 in Kraft treten wird.

Der Staatsrat ernannte eine Arbeitsgruppe, die einen Gesetzesentwurf vorschlagen soll, um aus der FernUni Schweiz die Universität Wallis zu schaffen. Die Vernehmlassung wird 2025 stattfinden.

Zusammen mit der Tessiner Regierung genehmigte der Staatsrat die Erneuerung des Affiliationsvertrages zwischen der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) und der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) vom 19. Dezember 2003. Dieser Vertrag berücksichtigt die Entwicklung der eidgenössischen und kantonalen Gesetzesgrundlagen, präzisiert die Verpflichtungen des Träger- (Tessin) und Standortkantons (Wallis) und definiert die externen Beschwerdeinstanzen.

Der Staatsrat hat das Gesuch um Bundesbeiträge zur Unterstützung der praktischen Ausbildung und der Ausbildungsbeiträge in der Pflege HF und FH sowie zwei Projekte zur Verbesserung der Rolle der Praxisausbildenden und der Integration neuer Mitarbeitenden gutgeheissen.

Der Staatsrat verabschiedete das Reglement über die Subventionierung der individuellen Weiterbildung des Lehrpersonals der obligatorischen Schulzeit und der allgemeinbildenden Sekundarstufe II.

Die Berufswahlvorbereitung wird im Unterwallis in den drei Jahren der Orientierungsschule abgehalten.

13 Orientierungsschulen (1400 Schülerinnen und Schüler sowie 210 beteiligte Unternehmen) organisierten Unternehmensrallyes.

Fast 300 Personen über 40 Jahre nahmen Dienstleistungen von viamia in Anspruch, und sechs Teilnehmerinnen besuchten den Kurs Carrière au féminin – Frauenkarriere, der Frauen bei der Arbeitssuche helfen soll.

Die Dienststelle für Hochschulen (DH) erstellte ein Cockpit zur Steuerung und Entscheidungshilfe in Bezug auf die Anzahl der Studierenden auf Tertiärstufe. Sie erhielt die Zertifizierung Valais Excellence für Positive Wirtschaft. Diese Zertifizierung beinhaltet eine Verpflichtung zur Förderung von nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlicher Verantwortung.

Illustrationsbild

Jugend

Das Programm für fremdsprachige Kinder weist sehr ermutigende Ergebnisse auf. Es erleichtert deren Integration und schulische Laufbahn erheblich.

Das Pilotprojekt im Unterwallis zum Elternkonsens wurde umfassend evaluiert. Im Hinblick auf die Aufrechterhaltung und die Ausweitung auf den gesamten Kanton müssen einige Module angepasst und Ressourcen verstärkt werden.

Die Stiftung La Chaloupe eröffnete zwei neue Einrichtungen für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren: «La Villa» und «Le Cocon» mit jeweils sechs Betreuungsplätzen.

Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen, die eine intensive Frühförderung erhalten, zeigen nach zwölfmonatiger Beobachtung deutliche Fortschritte in allen Entwicklungsbereichen. Neuere Studien berichten von einem Anstieg des IQ um +20 Punkte am Ende der Intensivbetreuung.

Die neue Version des Jugendparlaments tagte im Februar 2024 zum ersten Mal.

Illustrationsbild