Gesundheit, Soziales und Kultur

Ein Kanton, stark durch seine Vielfalt, zukunftsorientiert und seinen Werten treu bleibend

Die Zeit vergeht und das Ende der Legislaturperiode 2021-2025 ist in Sicht.

Dank der Arbeit aller Mitglieder des Departements für Gesundheit, Soziales und Kultur (DGSK) haben uns diese Jahre ein breites Arbeitsfeld eröffnet, um das zu stärken, was funktioniert, aber auch um zu handeln, zu bauen und Innovationen zu wagen, wo neuer Bedarf entstand.

Das Jahr 2024 macht keine Ausnahme, und es ist unmöglich, hier alle Projekte des DGSK und seiner Dienststellen aufzulisten. Wenn man einige davon nennen müsste, könnte man festhalten:

  • die Unterzeichnung eines Gesamtarbeitsvertrags für die Langzeitpflege (Pflegeheime und SMZ), der die Lohnbedingungen des Pflegepersonals und die Dotation an Pflegefachkräften verbessert,
  • die Einführung einer finanziellen Unterstützung für Zahnbehandlungen, die sich an Familien in prekärer finanzieller Lage richtet,
  • die Einführung des Systems eBadges, das eine wirksame Bekämpfung der illegalen Beschäftigung ermöglicht,
  • die Revision des Gesundheitsgesetzes, einschliesslich des Verbots des Verkaufs von Puffs auf dem Kantonsgebiet, des Verbots von Konversionstherapien und der Schaffung der Stelle einer kantonalen Pflegefachperson,
  • die Revision des Gesetzes über häusliche Gewalt, die die Betreuung der Täter und die Anerkennung von Kindern als eigenständige Opfer stärkt,
  • die Einführung eines Hitzeplans, der Personen, die im Freien arbeiten, schützen soll,
  • die Bedarfsumfrage, die direkt bei Menschen mit Behinderungen durchgeführt wurde,
  • die Analyse der Entwicklung der sozialen Lage durch ein Armutsmonitoring,
  • die Studie über Wohnraum für Menschen mit kleinem Einkommen.

Der Jahresbericht zeugt von den zahlreichen Projekten, von den erreichten Zielen und den gemeisterten Herausforderungen. Er ist nicht einfach nur eine Bilanz. Er veranschaulicht auch eine Vision: die eines Wallis, stark durch seine Vielfalt, der Zukunft zugewandt, aber seinen Werten treu bleibend.

Lassen Sie uns auf diesem Weg weitergehen, um das Wallis zu einem Kanton zu machen, der solidarisch, innovativ und bereit ist, die Herausforderungen von morgen anzupacken.

Mathias Reynard
Staatsrat

Foto : © lindaphoto.ch

Gesundheitswesen

Der Grosse Rat hat die Teilrevision des Gesundheitsgesetzes angenommen und damit auch der Zulassungsbeschränkung für bestimmte medizinische Fachgebiete, der Möglichkeit der Einführung einer Bereitschaftsabgabe, der Schaffung der Funktion der Kantonspflegefachperson, der Ausweitung der Befugnisse der Apothekerinnen und Apotheker, dem Verbot der Konversionstherapien und dem Verkaufsverbot für Einweg-Puffs zugestimmt.

Die kantonale Taskforce «Pflegeinitiative» hat ihren ersten Bericht vorgelegt und ist vom Staatsrat beauftragt worden, ihre Arbeit fortzuführen. Im Hinblick auf eine nationale Mitfinanzierung wurden beim Bund verschiedene Projekte eingereicht, die insbesondere Ausbildungsbeihilfen betreffen.

Die Arbeiten im Hinblick auf die Revision der Planung und des Gesetzes über die Langzeitpflege wurden aufgenommen. Dabei werden ebenfalls soziale Belange integriert werden.

Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die Langzeitpflege ist im Mai 2024 in Kraft getreten. Dadurch können die Löhne, die Arbeitsbedingungen und die Personaldotation der APH und SMZ vereinheitlicht werden. Die Arbeiten hinsichtlich einer Annäherung an den GAV des Spital Wallis (HVS) laufen.

Das neue Finanzierungsmodell für die Pflege zu Hause wurde fertiggestellt.

Der Grosse Rat verabschiedete die Änderung des Ausführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Familienzulagen und ermöglichte damit ab 2025 die Gewährung einer finanziellen Unterstützung für Zahnbehandlungen für Haushalte in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen. Parallel dazu läuft die Umsetzung von Massnahmen zur Förderung einer guten Mund- und Zahngesundheit.

Die Arbeiten zur Entlastung des Bereitschaftsdiensts und der Notfalldienste der Spitäler wurden in diesem Jahr fortgesetzt. Am Standort des Notfalldienstes in Sitten wurde als Pilotprojekt ein hausärztlicher Notfalldienst eingeführt und von den verschiedenen beteiligten Parteien positiv beurteilt. Es werden Überlegungen darüber angestellt, diese Art von Dispositiv dauerhaft einzurichten. Parallel dazu wurde im Chablais ein mobiler Schnelleinsatzdienst (EMIR) eingeführt. Ein ähnliches Projekt wird für das Mittelwallis geprüft. Es wird weiter nach Lösungen zur Verbesserung des ärztlichen Leitstellendienstes gesucht.

Infolge der Expertisen zur finanziellen Situation des HVS und zur seiner Investitionskapazität wurde ein Lenkungsausschuss ins Leben gerufen, der sich eigens damit befasst, Bedingungen herzustellen, die die Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichts begünstigen. Ausserdem wurde eine Arbeitsgruppe ernannt, die beurteilt, inwiefern die Infrastrukturen des HVS durch den Fonds FIGI finanziert werden könnten.

Die Arbeiten an der Revision der Spitalplanung für die Akutsomatik haben begonnen. Die Vernehmlassung des Berichts über die Bedarfsanalyse ist für das Ende des ersten Quartals 2025 geplant.

Zur Stärkung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat der Staatsrat beschlossen, die Einrichtung von mobilen Teams für Interventionen im heimischen Milieu durch das HVS finanziell zu unterstützen. Sie werden im ersten Halbjahr 2025 ihre Arbeit aufnehmen.

Die vom DGSK beauftragten Experten haben ihre Empfehlungen abgegeben. Auf dieser Grundlage hat die Kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO) einen Bericht über die Bedarfsanalyse erstellt, der Anfang 2025 in die Vernehmlassung geschickt wird, damit insbesondere die Anzahl der in der Planung anerkannten Ambulanzen beschlossen werden kann. In der Zwischenzeit wurden befristete Mandate (an die Ambulanzen in Sitten und Monthey) vergeben und die Subventionsmodalitäten der Ambulanzen wurden angepasst. 

Der Staatsrat hat einen neuen Tarif für die ambulanten medizinischen Leistungen des HVS festgelegt. Der Taxpunktwert wurde ab dem 1. Januar 2024 auf 0,89 Franken festgelegt, was im Vergleich zum alten Tarif einer Erhöhung um 2 Rappen entspricht. Für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2023 bleibt der Taxpunktwert unverändert bei 0,87 Franken.

Gemäss dem neuen kantonalen Gesetz über die Palliative Care und die Rahmenbedingungen für Beihilfe zum Suizid in Institutionen und Einrichtungen wurde die Stelle eines kantonalen Leiters für Palliative Care ausgeschrieben und mit zwei Personen in Teilzeitanstellung besetzt.

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Sozialwesen

Dank den erfolgreich umgesetzten Massnahmen beim Inkasso von Unterhaltszahlungen konnte die Inkasso- und Bevorschussungsstelle von Unterhaltsbeiträgen (IBU) auch in diesem Jahr eine hohe Inkassoquote aufrechterhalten. Die IBU führt Betreibungen künftig auf elektronischem Weg durch.

Die OHG-Beratungsstelle wird weiterhin stark in Anspruch genommen und eröffnet im Durchschnitt 147 neue Opferdossiers pro Monat. Das Jahr 2024 war geprägt von der Revision des kantonalen Gesetzes über häusliche Gewalt, das einen noch besseren Schutz der Opfer, ob Erwachsene oder Kinder, ermöglichen wird.

Die Koordination der Politik für die Generationen 60+ erstellte ein Verzeichnis mit den Ressourcen, die dieser Bevölkerungsgruppe im Wallis zur Verfügung stehen. Darüber hinaus erhielten neun Gemeinden finanzielle Unterstützung für ihre partizipative Bedarfsanalyse der Bedürfnisse der Senioren. Acht Projekte zur Durchführung von Aktivitäten mit Senioren erhielten im Rahmen einer zweiten Projektausschreibung finanzielle Unterstützung.

Im sozialen Bereich wurden mehrere Berichte über die Situation im Wallis erstellt, darunter insbesondere ein Monitoring zur Armut im Kanton. Die darin festgehaltenen Empfehlungen werden ein Richtungsweiser für die Entwicklung der kantonalen Sozialpolitik sein.

Im Jahr 2024 sind 1350 Personen neu dem Asylbereich zugewiesen worden. Die Arbeitsbelastung der Teams bleibt konstant hoch, da Ende 2024 6854 Personen im Wallis betreut wurden, zu denen 1100 durch das Rote Kreuz betreute Personen hinzukommen.

Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf den Schulbesuch und die Sprachausbildung gelegt, um die langfristige soziale und berufliche Eingliederung von Kindern und jungen Erwachsenen weiter zu stärken.

Die Einheit für die Gesundheit von Migranten im Asylbereich entwickelte sich weiter und übernimmt nun die Rolle der Verwaltung des Zugangs zu medizinischer Versorgung in den meisten Kollektivunterkünften. Die Zusammenführung von Geschwistern im Waisenhaus der «Ecole des Missions» in St. Gingolph in Zusammenarbeit mit den Waadtländer Behörden war ebenfalls ein Höhepunkt im Jahr 2024.

Im Laufe des Jahres 2024 wurden verschiedene Projekte vorbereitet und entwickelt, die für die Inklusion, Selbstbestimmung, Wahlfreiheit, Barrierefreiheit und die Rechte von Menschen mit Behinderungen von Bedeutung sind. Das Projekt «Instrument zur Ermittlung der Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen» und die Bedarfserhebung für die Planung des Leistungsangebots 2025-2028 werden dazu beitragen, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu voranzutreiben.

Das Jahr 2024 war ein Jubiläumsjahr: Es war das Jahr, in dem das Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen (BehiG) 20 Jahre alt wurde und des zehnjährigen Jubiläums der Ratifizierung der UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK) durch die Schweiz. Diese Jubiläen wurden mit nationalen Aktionstagen unter dem Motto «Zukunft Inklusion» gefeiert und waren im Wallis ein toller Erfolg. Diese Jubiläen haben es ermöglicht, bereits erzielte Fortschritte hervorzuheben, Synergien zu schaffen und Netzwerke aufzubauen. Diese Zusammenarbeit ist von entscheidender Bedeutung, da es noch ein langer Weg ist, bis man von einem «inklusiven Alltag» sprechen kann.

Das Pilotprojekt e-Accessibility bei der Dienststelle für Sozialwesen (DSW) startete im Februar 2024. Es zielt auf die Verbesserung der Internetseite der DSW hinsichtlich der digitalen Zugänglichkeit und verschiedener Formulare sowie auf die Erstellung eines praktischen Leitfadens für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab, um die Umsetzung der digitalen Zugänglichkeit innerhalb der Verwaltung zu erleichtern.

Das Büro für die Rechte von Menschen mit Behinderungen startete im Juni 2024 in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Soziale Arbeit in Siders ebenfalls eine interne Umfrage bei der kantonalen Verwaltung. Der Abschlussbericht wurde dem Departement im Dezember 2024 vorgelegt. Die Hauptziele bestanden darin, eine Momentaufnahme der aktuellen Situation der Eingliederungsmassnahmen beim Staat Wallis zu erhalten, um die Fortschritte überwachen und die vorrangig zu entwickelnden Leistungen für die Dienststellen festlegen zu können.

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Kultur

Die vom Staatsrat genehmigte Kulturstrategie 2030 definiert die Vision, die Aufgaben und die strategischen Achsen der Dienststelle für Kultur für die nächsten Jahre hinsichtlich der Bewahrung des Kulturerbes, der Kulturförderung und der Zusammenarbeit. Die Umsetzung der Kulturstrategie orientiert sich insbesondere an den folgenden vier strategischen Achsen: bewahren, unterstützen, ehren und aufwerten.

Das Staatsarchiv Wallis konnte 88 Neuzugänge entgegennehmen, beispielsweise die Bestände der Bauingenieure François-Marc Glauser und Victor Gross sowie die Sammlungen des Walliser Vereins Alpagai.

Die Mediathek Wallis-Martinach hat in einem innovativen Vorgehen die Nutzung künstlicher Intelligenz für die Analyse und die Indexierung der Archive von Rhône FM erprobt.

Im Jahr 2024 wurden bedeutende archäologische Entdeckung gemacht. In Martinach haben die Ausgrabungen im Bereich der Insula 6 Spuren aus der Zeit, bevor das Forum Claudii existierte, zutage gebracht. Dadurch wird das Verständnis der regionalen Stadtgeschichte bereichert. Die in Salgesch und Nax entdeckten Grabstätten haben entscheidende Aspekte der Bestattungspraktiken und der Demografie zu Beginn des Christentums ans Licht gebracht.

Im Berichtsjahr 2024 wurde in Zusammenarbeit mit Caritas Wallis die KulturLegi Wallis lanciert. Diese richtet sich an Personen, welche eine kantonale Subvention an die Krankenkassenprämien erhalten, und bietet ihnen Rabatte bei 114 Partnerinstitutionen in Kultur, Sport und Bildung.

Die Unterstützung im Bereich Musik wurde verstärkt mit der ersten Ausgabe des Programms «Junge Talente Musik», das vom Bund unterstützt wird. Ausserdem wurde die Einrichtung «Salto!» fortgesetzt, welche aufstrebende Musikschaffende begleitet.

Die Mediathek Wallis hat das Inkrafttreten des Leitplans der Walliser Bibliotheken 2024–2028 bekanntgegeben. Dieser strukturiert die Entwicklung der Bibliotheken entlang von sechs strategischen Achsen.

Die Kulturpreise 2024 des Kantons Wallis gingen an Elisabeth Joris, Historikerin, welche mit dem Kulturpreis des Kantons Wallis ausgezeichnet wurde, und Pierre-André Milhit, Präsident der Gesellschaft Walliser Schriftsteller/-innen, welcher mit dem Spezialpreis geehrt wurde. Der Sänger Théo Marclay (Nuit Incolore), die Komponistin Ella van der Woude sowie der Zauberer Lionel Dellberg wurden mit den Förderpreisen bedacht.

Der Kultur- und Wirtschaftspreis 2024 wurde dem Verbier Festival verliehen. Er anerkennt Initiativen, welche Kultur und Wirtschaft miteinander verbinden.

Die Wiedereröffnung der ehemaligen Staatskanzlei war für die Kantonsmuseen eines der Highlights des Jahres. Das Kunstmuseum Wallis zeigte in den renovierten Räumlichkeiten zwei Ausstellungen: das Duo Lang/Baumann sowie Troposonic von Raphael Stucky.

Infolge der 2023 lancierten Architekturausschreibung für den Empfangspavillon und den künftigen unterirdischen Ausstellungsraum auf dem Areal der ehemaligen Strafanstalt hat die Jury ihre Entscheidung gefällt: Das Projekt, das gemeinsam vom Architekturbüro Max Dudler AG, Zürich, und Diserens Maurel Architekten, Lausanne, vorgestellt worden war, wurde ausgewählt.

Eine Studie zur Herkunft von 125 Werken der Sammlung des Kunstmuseums wurde im Oktober vorgestellt, parallel zur Ausstellung Licht auf die Werke. Untersuchung über die Provenienz der Sammlung.

Das Geschichtsmuseum zeigte in der ehemaligen Strafanstalt Valais Sound System, eine Immersion in die Klanglandschaften des Kantons, die in Zusammenarbeit mit der UNIL und der EDHEA entstanden ist.

Die Mediathek Wallis-Martinach widmete der Geschichte der Werbung die Ausstellung Sale % Alles muss weg!. Die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag der Mediathek Wallis-St-Maurice brachten das Publikum im Rahmen verschiedener Festanlässe zusammen.

Das Staatsarchiv Wallis hat ein Hilfsmittel entwickelt, welches die Volltextsuche in den handschriftlichen Aufzeichnungen der Volkszählungen des 19. Jahrhunderts ermöglicht. Dadurch eröffnen sich neue Perspektiven für Forschung und Abfrage. Anhand von zwei Ausstellungen konnte das Publikum gesellschaftliche und historische Themen näher kennen lernen: Ein Fluss in Festlaune. Hundert Jahre Rhonefeste zwischen der Schweiz und Frankreich, in Partnerschaft mit der Mediathek Wallis, sowie Medical Borders, ein interdisziplinäres Projekt zum Thema Gesundheitschecks an den Grenzen, das mit der EDHEA realisiert wurde.

«Wallis Sound System» - Das Geschichtsmuseum Wallis lädt das Publikum dazu ein, einmal anders hinzuhören © Delphine Claret-Broggio, EQ2

Verbraucherschutz und Veterinärwesen

Um seine Rolle als Garant für gute Praktiken und Lebensmittelsicherheit aufrechtzuerhalten, führt die Dienststelle für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (DVSV) neue Analysestrategien ein und richtet ihre Präsenz vor Ort auf spezifische Bereiche aus. Im Jahr 2024 wurden Kontrollen im Verkauf und in der Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln fortgesetzt und Kampagnen zur Analyse von in der Schweiz und im Wallis problematischen Krankheitserregern wie Listerien oder Legionellen durchgeführt.

Die Wetterereignisse des Jahres 2024 setzten die Wasserressourcen des Kantons unter Druck. Das Trinkwasser und die natürlichen Badegewässer wurden nach den Unwettern dieses Sommers besonders überwacht und analysiert. Dies erinnert an die Notwendigkeit einer umfassenden Strategie für die Wasserwirtschaft, die bereits durch den menschlichen Fussabdruck und Mikroverunreinigungen wie PFAS beeinflusst wird. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden ist ein zentrales Anliegen der DVSV, um die Qualität und Verfügbarkeit des Wassers zu gewährleisten.

Die Überwachung von Tierseuchen ist eine wichtige Aufgabe. Die dazu auf nationaler Ebene durchgeführten Projekte erforderten besonderen Einsatz. Neben der Bekämpfung der Bovinen Virus-Diarrhoe und dem Wiederaufflammen der Blauzungenkrankheit, wurde 2024 ein umfangreiches Programm zur Bekämpfung der Moderhinke bei Schafen gestartet. Der erhebliche Arbeitsaufwand, der durch die Interventionen zur Kontrolle und Steuerung der Tierseuche entsteht, soll die Prävalenz dieser Krankheit verringern.

Die Anzahl an Meldungen ist weiterhin hoch, was die Sensibilität der Gesellschaft für dieses Thema widerspiegelt. Diese Tendenz ist auch bei den Vorfällen im Zusammenhang mit Hunden zu beobachten, insbesondere bei Bissverletzungen und aggressivem Verhalten. Forderungen durch den Grossen Rat nach einer Notwendigkeit der Überarbeitung der Gesetzgebung sind darum begründet. Höhere Anforderungen an die Ausbildung von Tierhalterinnen und Tierhaltern könnten eine strengere Betreuung und damit eine erhöhte öffentliche Sicherheit und besseren Tierschutz gewährleisten.

Moderhinkesanierung in Schafherden © BGK/SSPR

Betreibungen und Konkurse

Um die fachliche Kompetenz und das Engagement seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich zu fördern, legte die Dienststelle einen Schwerpunkt auf die Ausbildung des Personals. Mit internen Schulungen wurden die Fachkenntnisse vertieft, um Verfahrensfehler zu vermeiden. Ein weiterer Schwerpunkt wurde auf die internen Prozesse bei den Betreibungsämtern gelegt, mit dem Ziel, diese zu optimieren und im festgelegten gesetzlichen Rahmen die Digitalisierung voranzutreiben. Dadurch kann die Produktivität gesteigert und effizienter gearbeitet werden. Mit einer langfristigen Personalplanung und der Begleitung von Nachwuchskräften hat die Dienststelle für Betreibungs- und Konkurswesen (DBK) versucht, die Pensionierungen und den damit einhergehenden unvermeidlichen Wissensverlust zu antizipieren.

Eine zentrale Bedeutung kommt der Änderung des Artikels 43 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) per 1. Januar 2025 zu, da dieser die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Konkurses neu regelt, mit dem Ziel, den Missbrauch des Konkursverfahrens zu verhindern. Für öffentlich-rechtliche Forderungen wird für im Handelsregister eingetragene Unternehmen künftig ein Konkursverfahren eingeleitet, statt wie bisher auf Pfändung betrieben. Eine hohe Zahl von Unternehmen, welche bereits Liquiditätsprobleme und laufende Betreibungen auf Pfändung haben, werden neu mit der Konkurseröffnung konfrontiert. Schweizweit bereiten sich die Konkursämter auf eine massive Zunahme von Konkurseröffnungen vor.  

In ihrem Bericht vom 30. August 2022 beantragte die Geschäftsprüfungskommission (GPK) die Analyse der Oberaufsicht SchKG im Kanton Wallis. Die Analyse ist abgeschlossen und der Bericht liegt vor. Die Abgrenzung der Oberaufsicht erfordert eine Neuformulierung des entsprechenden Artikels im Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (EGSchKG). Diese Gesetzesänderung wird dem Parlament im Jahr 2025 vorgelegt.

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Arbeitnehmerschutz und Arbeitsverhältnisse

Um Schwarzarbeit und unlauteren Wettbewerb im Baugewerbe wirksamer zu bekämpfen, wird der Staat Wallis drei Jahre nach dem Projektstart das System eBadges einführen.

Dieses neue Instrument wurde in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft mit Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften entwickelt und soll die Kontrolle der Aktivitäten auf den Baustellen verbessern und vereinfachen. Es soll sowohl die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schützen, die administrativen Abläufe und den Zugang zum öffentlichen Beschaffungswesen vereinfachen sowie den unlauteren Wettbewerb bekämpfen und den Auftraggebern die Konformität ihrer Auftragnehmer gewährleisten.

Der Staatsrat erklärte eBadges ab dem 1. Juli 2025 für freihändige und Einladungsverfahren auf allen Baustellen des Staates Wallis für obligatorisch. Damit setzen sich der Staat und seine Partner für ein vorbildliche öffentliches Beschaffungswesen ein.

Der Kanton Wallis wird immer regelmässiger mit Hitzeperioden konfrontiert. Personen, die im Freien arbeiten, müssen daher durch wirksame Massnahmen geschützt werden, um die Gesundheitsrisiken zu begrenzen.

Initiiert vom Departement für Gesundheit, Soziales und Kultur (DGSK), der Dienststelle für Arbeitnehmerschutz und Arbeitsverhältnisse, sowie der Dienststelle für Gesundheitswesen, in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern, wurde ein Hitzewellenplan für berufstätige Personen angepasst und aufgestellt.

Die Gemeinden wurden unter anderem aufgefordert, die Unternehmen früher mit den Arbeiten im Freien beginnen zu lassen, damit die Arbeiterinnen und Arbeiter während der heissesten Stunden des Tages weniger gefährdet sind. Parallel dazu wurde ein Pilotprojekt zur Überwachung der Risiken gestartet. So wurden 100 Freiwillige der Dienststelle für Mobilität und privater Unternehmen mit Alarmarmbändern ausgestattet, die durch die Aufzeichnung der Körpertemperatur einem Hitzschlag vorbeugen sollen. Die Bilanz dieser Massnahmen wird Anfang 2025 gezogen.

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Gleichstellung und Familie

Das Parlament hat in einziger Lesung die Teilrevision des Gesetzes über häusliche Gewalt (GhG) angenommen. Mit den vorgenommenen Änderungen wird eine ganzheitliche Herangehensweise an die Thematik häusliche Gewalt verankert, womit insbesondere die Prävention verstärkt, Wiederholungstaten verringert und der Opferschutz verbessert werden können.

Die Ausstellung «Stärker als Gewalt» für Jugendliche konnte erneut im Wallis gezeigt werden, nämlich in Brig, Siders und Monthey. In Begleitung von Fachleuten (Polizei, Opferhilfe-Beratungsstellen, SIPE-Zentren, AKS, Fachverbände) konnten über 1400 Personen diese zweisprachige Ausstellung zur Prävention von häuslicher Gewalt besuchen.

Dank einer spezifischen Online-Schulung werden die Apotheken als sichere und leicht zugängliche Orte zu neuen Akteurinnen innerhalb des Netzwerks gegen häusliche Gewalt.

Die sieben Westschweizer Gleichstellungsministerinnen und Minister sind in Sitten zusammengetreten, um gemeinsame Handlungsansätze zur Förderung der Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern zu definieren. Das Treffen wurde unter der Federführung von egalite.ch organisiert, bei der das Wallis 2024 das Co-Präsidium innehatte.

Zur Förderung des politischen und öffentlichen Engagements der Frauen hat das Kantonale Amt für Gleichstellung und Familie (KAGF) Kurse zu den Themen politische Karriere, Verwaltung von Social Media und starkes Selbstbewusstsein angeboten.

Am ersten Diversity-Treffen an der Foire du Valais konnten LGBTIQ-Menschen aus dem Schatten treten. Ab dem Frühjahr wurde auf den Plakaten der dritten kantonalen Sensibilisierungskampagne dargestellt, dass diese Menschen auch im Wallis ihren Platz in der Gesellschaft haben.

Die Frühsexualisierung von Kindern war Thema einer Schulung und eines Vortrags von Francine Duquet. Die renommierte Professorin am Departement für Sexologie der Universität Quebec hat den Teilnehmenden ermöglicht, die Herausforderungen dieses Themas zu verstehen und hat ihnen konkrete, an das Alter der Kinder angepasste Präventionsansätze geliefert. Über 150 Eltern und Fachleute nahmen an dieser Veranstaltung teil.

Die Ausstellung „Stärker als Gewalt“ kehrt ins Wallis zurück © Christian Pfammatter