Sicherheit, Institutionen und Sport
Die Früchte der Zusammenarbeit
Das Jahr 2024 hat uns gezeigt, wie wichtig vorausschauendes Handeln und eine optimale Zusammenarbeit sind. In einer Krise zeigt sich der Wert einer kohärenten Vision.
Ich denke dabei vor allem an die Unwetter im vergangenen Sommer, an die Rhone, die in Siders über die Ufer getreten ist, an die Schlammlawinen in Saas-Grund und im Val de Bagnes, aber auch an all die in den Medien weniger beachteten Orte, an welchen den entfesselten Elementen Einhalt geboten werden konnte.
Dank dem effizienten Einsatz von Spezial- und Milizkräften konnte die Katastrophe überall bestmöglich eingedämmt werden. Ich danke allen, die sich dafür eingesetzt haben: den Feuerwehrleuten, dem Zivilschutz, der Armee, den gewählten Vertreterinnen und Vertretern, den öffentlichen Diensten, den Bürgerinnen und Bürgern, die aus den Gemeinden, dem Kanton oder dem Rest des Landes angereist sind.
Ein solcher Einsatz erfordert eine intensive Vorbereitung und eine Vielzahl von Synergien, sowohl personell als auch in Bezug auf das Material und die Infrastrukturen.
Dies gilt auch für die Indoor-Schiessanlage in Sitten, die in Rekordzeit fertiggestellt wurde. Sie bietet unseren Polizistinnen und Polizisten modernste Instrumente, um ihre Vorbereitung und gleichzeitig die Ruhe der Anwohnerinnen und Anwohner zu gewährleisten. Zudem wird sie für die Polizeiakademie nach ihrem Weggang aus Savatan eine grössere Rolle spielen.
Auch die Trainingsinfrastruktur in einem ganz anderen Bereich, dem kantonalen Sportzentrum Ovronnaz, profitierte von einer unerlässlichen Anpassung an die Normen, um unter besseren Rahmenbedingungen Platz für mehr Sportlerinnen und Sportler zu bieten und gleichzeitig die Energiekosten zu optimieren.
Zu diesem Zweck wurde auch das Programm Sport&Wasser eingeführt, das Sportplatzeigentümerinnen und -eigentümer dabei unterstützt, Ressourcen effizient zu nutzen.
Diese Projekte widerspiegeln somit nicht nur die sportlichen Werte, die Leitbilder für unsere Jugend sind, sondern auch den Willen, sie langfristig zu verankern.
Dank der Zusammenarbeit aller Akteure konnte mein Departement die Herausforderungen des vergangenen Jahres bewältigen und gleichzeitig die kommenden Herausforderungen in Angriff nehmen. Jedem und jeder Einzelnen, allen Dienststellen und Partnerinstitutionen möchte ich herzlich DANKE sagen.
Dies gilt umso mehr, da ich mich mit diesem Jahresbericht zum letzten Mal als Staatsrat an Sie wende.
Frédéric Favre
Staatsrat

Juristische Angelegenheiten der Sicherheit und der Justiz
Im Rahmen der Professionalisierung und Kantonalisierung der KESB, die seit dem 1. Januar 2023 in Kraft ist, wurde am 1. September 2024 die Unterstützung für private Beistände und Vormunde im Unterwallis eingeführt. Die Unterstützung im Oberwallis wurde fortgesetzt, wo sie bereits bei den interkommunalen KESB zur Anwendung kam.
Der Rechtsdienst für Sicherheit und Justiz (RDSJ) und der Walliser Verband für Mediation (WVfM) haben gemeinsam einen Leitfaden zur Mediation in Kindesschutzverfahren erarbeitet. Die Mediation ist ein wichtiges Instrument, das den KESB zur Verfügung steht und es ermöglicht, sich auf die Konfliktprävention und die Suche nach einem Konsens zwischen den Eltern zu konzentrieren. Der Leitfaden wurde an die in diesem Bereich involvierten Partner übermittelt.
Der Staatsrat hat im Juni 2024 beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, welche die Umsetzung der Empfehlungen des Ecoplan-Gutachtens zur Reduktion der Anzahl Bezirksgerichte und zur Spezialisierung innerhalb der erstinstanzlichen Gerichte im Bereich des Zivil- und Strafrechts analysieren, die diesbezüglichen parlamentarischen Vorstösse berücksichtigen und generelle Stossrichtungen festlegen soll.
Am 29. September 2023 hat die Bundesversammlung das Bundesgesetz über das Verbot der Verhüllung des Gesichts verabschiedet und damit Artikel 10a der Bundesverfassung umgesetzt, der nach der Annahme der Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» am 7. März 2021 eingeführt wurde. Die Umsetzung dieses Gesetzes auf kantonaler Ebene erforderte Gesetzesänderungen, die vom Grossen Rat in der Septembersession 2024 in einer einzigen Lesung angenommen wurden. Sie treten am 1. Januar 2025 in Kraft.

Straf- und Massnahmenvollzug
Das ZAH befindet sich auf dem Gelände des Gefängnisses von Sitten und wurde nach dreijähriger Bauzeit am 3. Juni 2024 in Betrieb genommen. Diese neuen Räumlichkeiten, die vollständig von den strafrechtlich inhaftierten Personen getrennt sind, fördern eine Betreuung, die den heutigen Kriterien entspricht. So konnten die Zeiten der Zellenöffnungen, der Spaziergänge und des Zugangs zu den Wohneinheiten ausgeweitet werden. Bei der Einstellung des Personals, das aus einem Bereichsleiter, einem Werkstattleiter und sechs Vollzugsbeamten besteht, wurde besonderer Wert auf ihre Eignung für den Umgang mit Multikulturalität und ihre Beziehungskompetenz gelegt.
Die Verstärkung der Sicherheit am Standort Pramont konnte mit der Errichtung eines perimetrischen Sicherheitszauns mit Videoüberwachung realisiert werden, die eine Kontrolle bei Tag und Nacht ermöglicht. Ausserdem wurde die Sicherheitszentrale aufgerüstet, um eine intelligente Verwaltung aller Sicherheitssysteme zu ermöglichen. Diese Arbeiten wurden in enger Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Immobilien und Bauliches Erbe durchgeführt. Dank einer Investition von über einer Million Franken verfügt die Anlage nun über ein Sicherheitsniveau, das dem aktuellen Risiko entspricht.
Im Jahr 2024 unternahm die Dienststelle für Straf- und Massnahmenvollzug (DSMV) mit dem Projekt GINA grosse Bestrebungen hin zur Digitalisierung der administrativen Abläufe des Strafvollzugs. Die Inbetriebnahme eines zentralen Moduls für die Fallverwaltung begann am 3. Dezember 2024. Dieses Tool zentralisiert und verbessert die Datenqualität. Längerfristig wird es die Geschäftsprozesse und die Interaktion zwischen den verschiedenen Einheiten der Dienststelle vereinfachen. Trotz der Herausforderungen für das Personal stellt es eine solide Grundlage für die vollständige Digitalisierung des Bereichs Straf- und Massnahmenvollzugs dar.

Zivile Sicherheit und Militär
Die allgemeinen Grundsätze für die Organisation und Führung des KFO wurden aktualisiert. Im Rahmen der Vorbereitung auf das Risiko einer Energieknappheit wurden Übungen mit allen staatlichen Dienststellen organisiert, um ihre Pläne für die Fortführung der Aktivitäten (Business Continuity Plans, BCP) zu aktualisieren. Auf kantonaler Ebene wurde eine Übung zum Thema Cybersicherheit durchgeführt.
Im Juni und Juli wurde das KFO wegen Unwetter und Überschwemmungen mobilisiert. Es koordinierte die verschiedenen Massnahmen und den Einsatz von Ressourcen, auch ausserhalb des Kantons.
Mit dem Inkrafttreten der Revision des Ausführungsgesetzes zum Zivilschutz (ZS) am 1. Januar 2024 hat sich die Struktur des Walliser ZS geändert. Er besteht nun aus drei Kreisen. Das kantonale Amt für Zivilschutz hat die Kontrolle der privaten Schutzräume übernommen. Der Sommer 2024 war durch einen gleichzeitigen Einsatz aller drei ZS-Kreise gekennzeichnet, um Unwetter über eine Dauer von mehr als vier Wochen zu bewältigen.
Das KABS führte 34 Ausbildungen und 38 Übungen für kommunale und kantonale Partner sowie für Abteilungen der Verwaltung durch. Auf kantonaler Ebene hat das KABS das Konzept für die resiliente Treibstoffversorgung der Einsatzkräfte sowie das Konzept für die Reinigung und Verteilung von Trinkwasser bei akuter Wasserknappheit umgesetzt. Sechs neue Alarmsirenen wurden installiert, um die demografische Entwicklung des Kantons abzudecken.
Ein Schwerpunkt lag auf der Vereinheitlichung der Feuerwehrausbildung im Kanton. Das KAF sammelte alle noch in den Feuerwehren vorhandenen PFAS-haltigen Feuerlöschschäume ein und entsorgte diese. Mit den Überschwemmungen im Sommer stiegen die Feuerwehralarme um fast 25 Prozent.
Die Zahl der Baudossiers hat sich bei etwa 1000 stabilisiert, ihre Komplexität hat jedoch zugenommen. Ein Anstieg der Fälle von Nichtkonformitäten bei thermischen Anlagen (5278) wurde festgestellt.
Das Kreiskommando 6 & 10 hat die Optimierung seiner organisatorischen Abläufe im Rahmen der Digitalisierung der Schweizer Armee weiter vorangetrieben.
Die Sektion Wehrpflichtersatzabgabe hat die Verwaltung der mit ihrem Zuständigkeitsbereich verbundenen Strafverfolgungen übernommen.
Das Kantonale Logistikzentrum hat die Nutzung und den Betrieb der neuen Indoor-Schiessanlage auf dem Waffenplatz in Sitten vorbereitet. Es erbrachte die Leistungen, die sich aus den mit dem Bund geschlossenen Verträgen ergaben, vollumfänglich, insbesondere zugunsten der Patrouille des Glaciers.

Innere und kommunale Angelegenheiten
Der vom Verfassungsrat ausgearbeitete Entwurf der neuen Verfassung für den Kanton Wallis wurde am 3. März 2024 dem Stimmvolk vorgelegt. Bei dieser Abstimmung wurde der Verfassungsentwurf mit einem Stimmanteil von 68,13 Prozent Nein-Stimmen gegen 27,17 Prozent Ja-Stimmen bei 4,7 Prozent leeren oder ungültigen Stimmzetteln abgelehnt. Der Gegenvorschlag (ohne Stimm- und Wahlrecht für ausländische Personen in kommunalen Angelegenheiten) wurde mit einem Stimmanteil von 57,04 Prozent Nein-Stimmen gegen 35,79 Prozent Ja-Stimmen abgelehnt. Die Gültigkeit des Ergebnisses wurde vor dem Grossen Rat angefochten. Im Wesentlichen wurde die Formulierung der gestellten Abstimmungsfragen gerügt (Entwurf – Gegenvorschlag – Stichfrage). Mit Beschluss vom 16. Mai 2024 ist der Grosse Rat, unter Verweis auf die Stellungnahme des Staatsrats und den Antrag der Justizkommission, auf die Beschwerde nicht eingetreten. Der Fall wurde anschliessend an das Bundesgericht weitergezogen, welches mit Urteil vom 10. Dezember 2024 die Beschwerde abwies und nebenbei festhielt: Die erläuternde Botschaft des Staatsrats, die dem Abstimmungsmaterial beigelegen hatte, zeigte die Möglichkeit klar auf, zu jeder der Varianten mit Ja stimmen zu können.
Im Herbst 2024 erneuerten die Walliser Gemeinden ihre Exekutiven. Die Dienststelle für innere und kommunale Angelegenheiten (DIKA) war vor, während und nach den verschiedenen Wahlen stark gefordert. Sie musste auf zahlreiche Anfragen von Gemeinden, politischen Parteien sowie Bürgerinnen und Bürgern reagieren. Insbesondere die Änderung des Gesetzes über die Unvereinbarkeiten warf verschiedene Fragen auf und erforderte es, sämtliche Walliser Gemeinden besonders darauf aufmerksam zu machen, um sie neben dem Inhalt der Änderungen auch an ihre Pflicht, einen rechtskonform zusammengesetzten Gemeinderat zu gewährleisten, zu erinnern. Schliesslich sei darauf hingewiesen, dass der in Artikel 174 des Gesetzes über die politischen Rechte statuierte Amtszwang von den einzelnen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten oft unterschätzt wird.

Kantonspolizei
Im Jahr 2024 bleibt das Wallis einer der sichersten Kantone der Schweiz. Das vergangene Jahr war jedoch besonders intensiv, insbesondere geprägt durch die Tragödie auf der Tête-Blanche, bei der sechs Personen derselben Familie, darunter ein Offizier der Kantonspolizei, ums Leben kamen. Im Wallis wurden fünf Morde begangen, hauptsächlich im privaten Kreis. Die Kantonspolizei verzeichnete zudem einen Anstieg des Verkaufs und Konsums von Betäubungsmitteln, insbesondere stark suchtgefährdender Drogen. Auch die Internetbetrügereien nehmen weiter zu. Im Jahr 2025 wird die Kantonspolizei ihre Hauptanstrengungen auf diese Problematiken richten.
Im Bereich des Strassenverkehrs ist die Zahl der Verkehrstoten im Wallis im Jahr 2024 zurückgegangen, aber die Zunahme der Raser-Delikte erfordert weiterhin verstärkte Massnahmen gegen gefährliches Verhalten im Strassenverkehr.
Die Bauarbeiten für die neue Einsatzzentrale in Siders und das Zentrum für Beschlagnahmungen « Eterpys » in Conthey wurden im Jahr 2024 fortgesetzt; die Inbetriebnahme ist im Sommer 2026 bzw. im zweiten Halbjahr 2025 geplant.
Die Kantonspolizei Wallis und die Schweizer Armee haben im Jahr 2024 die grösste Indoor-Schiessanlage der Schweiz, « La Tranchée », in Sitten eröffnet. Dieser 7200 m2 grosse Komplex kann gleichzeitig mehrere Dutzend Schützinnen und Schützen aufnehmen und erfüllt die strengsten Umwelt- und Akustikstandards, wodurch die Lärmbelästigung und die Umweltbelastung erheblich reduziert werden.
Im Mai 2024 hat der Grosse Rat einstimmig die Teilrevision des Gesetzes über die Kantonspolizei verabschiedet, um die bundesrechtlichen Änderungen und die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichts zu integrieren. Diese Revision ermöglichte es auch, die neuen Strukturen der Kantonspolizei im Gesetz zu verankern, insbesondere die Abteilung Schnelleinsatz, die Abteilung Cyberkriminalität und die Struktur des Bedrohungsmanagements.

Bevölkerung und Migration
Die Dienststelle für Bevölkerung und Migration (DBM) hat das dritte kantonale Integrationsprogramm umgesetzt; dieses umfasst mehrere Förderbereiche, darunter den Spracherwerb, die frühe Kindheit oder das Zusammenleben. Im Rahmen der Aktionswoche gegen Rassismus hat die DBM darüber hinaus einen Bericht über Rassismuserfahrungen im Wallis veröffentlicht.
Im Wallis halten sich 5687 Personen aus dem Asylbereich auf, davon 2430 mit vorübergehendem Schutz (S), 2272 vorläufig Aufgenommene (F) und 787 Asylsuchende (N). Die wichtigsten Herkunftsländer von Personen, die Asyl beantragten, sind Afghanistan, die Türkei und Eritrea.
Im Einklang mit der Strategie der Dezentralisierung der Leistungen wurden Räumlichkeiten für die Einrichtung eines Biometriezentrums in Monthey im Unterwallis gefunden. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2025 vorgesehen.
Der Sektor hat seine Digitalisierung fortgesetzt: Seit Mai übermitteln die Gemeinden die Dossiers elektronisch an die DBM. Dies ermöglicht eine schnellere und effizientere Bearbeitung von Gesuchen, mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von weniger als einer Woche für Standard-Gesuche.
Ein neues elektronisches Personenstandsregister wurde schweizweit in Betrieb genommen; es ermöglicht insbesondere die Umschreibung der meisten Sonderzeichen europäischer Sprachen.
727 ausländische Staatsangehörige erhielten im Rahmen eines ordentlichen Einbürgerungsverfahrens das Schweizer Bürgerrecht. Zudem erhielten 38 Schweizerinnen und Schweizer aus anderen Kantonen das Bürgerrecht einer Walliser Gemeinde sowie das Kantonsbürgerrecht.

Geomatik
Im Jahr 2024 wurde das letzte Los zur Erneuerung der amtlichen Vermessung abgeschlossen, namentlich das Los von Sitten. Insgesamt wurden somit 51 Erneuerungslose in den letzten Jahren beendet.
Neun Vermessungslose im Alpgebiet wurden abgeschlossen: Arbaz, Martigny-Combe, Vex, Mont-Noble, Chalais, Bellwald, Saas-Balen, Saas-Almagell und Unterbäch. 51 Vermessungslose im Alpgebiet sind noch in Arbeit.
Zusammenfassend ist die amtliche Vermessung von 58,2 Prozent der Kantonsfläche gemäss dem Qualitätsstandard AV93 in digitaler Form verfügbar. 95 Prozent der Grenz- oder Kulturartmutationen können auf der kantonalen IT-Plattform durchgeführt werden. Die restliche Fläche stellt hauptsächlich alpines Gebiet dar, d.h. landwirtschaftliche Flächen, Wald und unkultivierbare Gebiete.
Die Dienststelle für Geoinformation ist mit der Koordination für die Führung des Eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregisters (GWR) beauftragt. Die Arbeit, die Gebäudedaten dieses Registers mit den Daten der amtlichen Vermessung abzugleichen und mit zusätzlichen Informationen anzureichern, wurde fortgesetzt. Diese Arbeit konnte für 48 Gemeinden abgeschlossen werden.
Das CC GEO arbeitet als Garant der Geodaten des kantonalen Geo-Informationssystems (GIS) mit rund 20 kantonalen Dienststellen zusammen. Erste Massnahmen aus der kantonalen Geoinformationsstrategie wurden umgesetzt, namentlich die Entwicklung eines Online-Tools für die Prüfung der Datenqualität durch Auftragnehmer, die Geodaten produzieren. Zudem wurden neue Webdienste eingerichtet, die eine Vernetzung von Informationssystemen und dem GIS ermöglichen.
Die Benutzerschnittstelle des Katasters der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB-Kataster) wurde verbessert, und das Instrument für die Verwaltung der Rechtsvorschriften wurde modernisiert. Der Zugriff auf die Rechtsvorschriften wurde optimiert, das heisst der Zugang zu den digitalen Kopien der genehmigten Pläne, Entscheide und Reglemente.

Strassenverkehr und Schifffahrt
Infolge eines Änderungsantrags während des Budgetprozesses 2024 und einer Motion, welche die Aufhebung der Obergrenze der Steuer für Elektrofahrzeuge von 160 Franken forderte, wurde in der Novembersession vom Grossen Rat ein Dekret verabschiedet. Ab dem 1. Januar 2025 werden Elektrofahrzeuge mit einer Grundsteuer von 90 Franken bis zu einer Leistung von 10 kW und einem Zuschlag von 15 Franken pro angefangene 30 kW besteuert. Dieser Erlass trat am 1. Januar 2025 für eine maximale Dauer von fünf Jahren in Kraft. Während dieser fünf Jahre muss ein Gesetz mit demselben Gegenstand verabschiedet werden.
Das Betriebssystem Cari wurde vor fast 20 Jahren entwickelt und wird nun sukzessive erneuert. Es konnte eine Anwendung entwickelt werden, mit welcher das Passfoto und die Unterschrift für den Führerausweis mit dem Smartphone erfasst und diese Daten in digitaler Form übermittelt werden können. Diese neue Anwendung wurde von den Kundinnen und Kunden geschätzt und häufig genutzt, insbesondere beim Umtausch des blauen Papierführerausweises in einen Führerausweis im Kreditkartenformat. In den nächsten Jahren werden weitere Module mit neuen Innovationen im Bereich der Digitalisierung folgen.
Die Zunahme des Fahrzeugbestands für 2024 beträgt 1,5 Prozent und liegt damit über dem Schweizer Durchschnitt von 0,9 Prozent. Mit einer Zunahme von rund 5600 Fahrzeugen zwischen 2023 und 2024 beläuft sich der Fahrzeugbestand des Kantons per Ende September 2024 auf 358’257 Fahrzeuge.
Die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden mit den Leistungen der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt steht im Zentrum ihrer Tätigkeiten. Das Unternehmen M.I.S-Trend hat eine Umfrage über eine Online-Anwendung durchgeführt. Mehr als 400 Kundinnen und Kunden beantworteten den Fragebogen. Das ausgezeichnete Ergebnis des Vorjahres wurde bestätigt: 90 Prozent der Kundinnen und Kunden waren völlig oder sehr zufrieden.

Grundbuchwesen
Der Walliser Immobilienmarkt verzeichnete zu Beginn des Jahres 2024 einen leichten Rückgang, erholte sich aber bald wieder. Die Dienststelle für Grundbuchwesen (DGB) hat die notwendigen Massnahmen eingeleitet, um die Bearbeitungszeit der beim Grundbuchamt Brig eingereichten Anmeldungen zu verkürzen.
Die DGB hat sich dafür eingesetzt, dass ihre Anwendungen bei der Eröffnung des öffentlichen Internetportals im Jahr 2025 zur Verfügung stehen. Ausserdem wurde ein Projekt für den elektronischen Austausch zwischen Notaren und dem Grundbuchamt eingeleitet, um den Verwaltungsaufwand zu verringern.
Im Jahr 2024 endete das Programm eGB Wallis. Während seiner Laufzeit konnten 50 Projekte realisiert werden, die dazu beigetragen haben, die Praktiken und Hilfsmittel der DGB deutlich zu modernisieren.
Das Projekt zur Einführung und Informatisierung des eidgenössischen Grundbuchs wird hingegen weiterhin innerhalb der operativen Tätigkeiten der Dienststelle fortgesetzt. Die Daten werden schrittweise verarbeitet, wobei alle Grundstücke und Eigentümer des Territoriums bis 2027 zur Verfügung stehen werden, während die Grundstückauflagen (ausserhalb der Alpgebiete) bis 2033 zur Verfügung stehen werden. Die alpinen Gebiete werden bis 2037 einbezogen.
2024 wurden die Daten der Gemeinden Ayent und Grône bezüglich des Alpgebiets nach Beendigung des öffentlichen Auflageverfahrens in das eidgenössische Grundbuch aufgenommen.

Sport
Im Jahr 2024 lancierte das kantonale Sportamt (KSA) die Aktion « SPORT & WASSER », die eine Wassereinsparung bei der Bewässerung von Sportplätzen ermöglichen soll.
Es schloss die Renovierung des kantonalen Sportzentrums « Estelle Balet » in Ovronnaz (KSZO) in Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Immobilien und Bauliches Erbe (DIB) ab und nahm es wieder in Betrieb. Die Einweihung fand am 28. März statt, wobei auch eine neue visuelle Identität vorgestellt wurde. Die Bereiche Küche, Reinigung und Wäscherei des Zentrums wurden externalisiert.
Die Geschichte von 50 Jahren Jugend+Sport (J+S) wurde mit der dritten Walliser Sportwoche fortgesetzt und umfasste die Wallis Family Games, die Walliser Sportverdienste sowie Vorträge/Demonstrationen. Zudem wurden zwei sechstägige inklusive Lager in Port-Valais
(8–11 Jahre) und Tenero (12–15 Jahre), zwei Schulungen für Erzieherinnen und Erzieher der schulergänzenden Betreuung sowie Schulungen für Hilfsleiterinnen und Hilfsleiter im Alter von 14 bis 18 Jahren angeboten.
Die Sportverdienste 2023–24 wurden am 2. Mai 2024 im Baladin in Savièse verliehen.
Die Siegerliste :
- Sportler des Jahres: Loïc Meillard (Ski Alpin)
- Mannschaft des Jahres: Société d'escrime de Sion (Fechten)
- Führungskraft des Jahres: Chantal Karlen (Langlauf)
- Nachwuchssportlerin U23 des Jahres: Malorie Blanc (Ski Alpin)
- Nachwuchsmannschaft U23 des Jahres: Monthey-Chablais U14 M (Basketball)
- Behindertensport: Olivier Burgener und Corentin Buchard (Tennis)
- Sportlicher Wert: Familie Jean-Claude und Olivier Knupfer (Karate)
- Sonderpreis: Marius Robyr und Hugo Steinegger (Ski Alpin)
Der Sport im Wallis im Jahr 2024: 194 J+S-Expertinnen und -Experten, 945 Coaches, 8437 Leiterinnen und Leiter, 53’574 Kinder oder Jugendliche, 4260 Kurse und Lager, 965 Angebote, 4’913’842 Franken, die das Bundesamt für Sport dem Walliser Vereinssport ausbezahlt hat.
Es gibt 42 Sportverbände, 13 Gruppierungen mit sportlichem Charakter, 917 Vereine, 118’192 namentlich eingetragene Mitglieder (davon 43’285 Jugendliche zwischen 5 und 20 Jahren) und einen Betrag von 2’437’334 Franken, der vom Sport-Fonds als Jahresbeitrag gewährt wurde. Dank der Loterie Romande erhielt die kantonale Sportwelt im Jahr 2024 über den Sport-Fonds einen Gesamtbetrag von über 6,6 Millionen Franken.

Jagd, Fischerei und Wildtiere
Der Abschussplan für das Rotwild wurde in allen Rotwildregionen des Kantons erfüllt: 1629 Tiere wurden im Jahr 2024 erlegt (gegenüber 1756 im Jahr 2022 und 1578 im Jahr 2023), davon 1456 während der Hochjagd (51 in den Eidgenössischen Jagdbanngebieten [EBG]) und 173 bei Zusatzabschüssen (49 in den EBG). Die Regulierung des Rotwildbestandes ist notwendig, um die Schutzfunktion der Wälder zu gewährleisten und das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Wildtierarten zu erhalten. 1762 Gämsen (1962 im Jahr 2023) und 1133 Rehe (1230 im Jahr 2023) wurden durch die Jagd entnommen. Der allgemeine Rückgang der Abschüsse bei den Gämsen erklärt sich hauptsächlich durch die auf kantonaler Ebene zugunsten von Jungtieren und in den Wildräumen getroffenen Massnahmen zur Beschränkung der Jagd sowie durch die erhöhte Prädation von Luchs und Wolf.
Im Jahr 2024 wurden 56 Wölfe (73 im Jahr 2023) durch DNA-Analysen formell identifiziert (25 weibliche Individuen, 29 männliche Individuen und 2 unbestimmte Individuen). Zwölf Rudel (vier grenzüberschreitende), darunter sieben mit Reproduktion, wurden von der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) bestätigt. Im gesamten Jahr wurden im Kanton 342 Nutztiere getötet. Damit waren die Voraussetzungen für die Erteilung von zwei Abschussbewilligungen für Einzelabschüsse und einer Bewilligung für die reaktive Rudelregulation erfüllt. Zudem wurde dem Kanton Wallis die Bewilligung zur proaktiven Regulation von fünf Wolfsrudeln erteilt, nachdem die neuen Bundesbestimmungen am 1. Dezember 2023 in Kraft getreten waren. Die bisher vergüteten Schäden belaufen sich auf über 227’000 Franken (210’000 Franken im Jahr 2023). Mehr als 16’400 Arbeitsstunden wurden für das Wolfsmanagement aufgewendet (14’500 Stunden im Jahr 2023).
Die Anzahl der 2024 ausgestellten Jahrespatente für die Fischerei in der Rhone, in Flüssen, Teichen und Bergseen sowie in Kanälen hat leicht abgenommen (2610 im Jahr 2024 gegenüber 2795 im Jahr 2023). Die Zahl der Tages- und Zweitagespatente hat zugenommen (4226 im Jahr 2024 gegenüber 3916 im Jahr 2023) und bleibt seit 2020 auf einem hohen Niveau (mehr als 3500 Patente ausgestellt). Aufgrund von Fällen von Verschmutzungen durch perfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) musste die Fischerei in zwei Teichen im Chablais und im Stockalperkanal geschlossen werden. Weitere Untersuchungen sind im Gange und die ersten Massnahmen für Filtersperren wurden 2024 in Betrieb genommen.
